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scholley007 08.07.2018 19:14

Immer Ärger mit Sergant Bilko (1996) (Sgt. Bilko)
 
Steve Martin war ab Anfang der Achtziger eine wirkliche Comedygrösse - Werke wie "Reichtum ist keine Schande", "Solo für Zwei", "Tote tragen keine Karos", "Der kleine Horrorladen", "Roxanne", "L.A. Story" oder "Ein Ticket für Zwei" legen beredetes Zeugnis über sein Schaffen ab. Ab Anfang der Neunziger verschwand er zunehmend in seichten harmlosen Komödien der Marke "Vater der Braut" oder "Housesitter". Einzig sein "Bowfingers große Nummer" mit Eddie Murphy, Robert Downey, Jr. und Christine Baranski aus dem Jahr 1999 hat auch heute noch Bestand im direkten Vergleich zu nahezu allem, was Hollywood heute als Mainstreamkomödie rausramscht. In "Vater der Braut" (und dem auf Grund des überraschenden Erfolges unvermeidlichen Sequels) trat er zusammen mit Martin Short (Die Reise ins Ich/Mars Attacks/Inherent Vice) auf - was zu einem aktuellen TV-Special (auf Netflix) namens "Steve Martin und Martin Short: An Evening you will forget for the rest of your life" führte.
In dem zwei alte/alternde Komödianten bestenfalls harmlos-alberne, meist aber zahnlos-schlüpfrige Witze reißen, die man spasswilligen Rentnern als Publikum so andienen kann. Und dabei glaubt mit dem "Zwinker Zwinker"-Titel auch noch durch zu kommen. Nichts da.
Kurz gesagt: es war/ist ziemlich unerträglich.
Weil nicht richtig schlecht - aber halt konsequent "blah" untermittelprächtig. Man wartet 90 Minuten lang darauf, dass sie irgendwann das Steuer rumreißen und alles vorher Vergessen machen lassen. Leider Vergebens. Und die 90 Minuten bekommen den Geschmack eines Kaugummis nach 180 Minuten Kaugenuss.
Weshalb ich nach 22 Jahren diese anno 1996 entstandene Militärkomödie "ausgrub"....

Master Sergeant Ernest G. Bilko ist DER Mann seiner Armybase: nicht in seiner Funktion als Master Sergeant der Werkstatt - sondern als der gerissenste Schwindler, den die Army je gesehen hat.
Mit seinem Team - unter anderem dem pfiffigen Dino Paparelli (Max Casella - der zu jener Zeit mit seiner zweiten Hauptrolle neben Neil Patrick Harris in "Doogie Howser" immens populär in den Staaten war) - legt er nahezu jeden Soldaten der Base bei illegalen Wetten und Glückspiel formschön aufs Kreuz. Sorgt aber dafür, dass die sich dann bei ebenso illegalen Partys anschließend so glücklich "abschießen" können, dass die so ausgenommenen Horden bereitwillig wiederkommen.
Dazwischen vergisst Bilko mit schöner Regelmäßigkeit, seine Liebe Rita Robbins (Glenne "Zwei hinreißend verdorbene Schurken"/"Dick Tracy"/"2 Tage L.A." Headly) vorm Altar.
Bereits sieben Mal ist ihm der Termin abhanden gekommen - und nun bleiben ihm 30 Tage Frist, ihr zu beweisen, wie ernst es ihm wirklich ist.
Dass sein Vorgesetzter - der schwer naive aber herzensgute Colonel John T. Hall (Dan Aykroyd) - auf diese Weise seine liebe Not mit ihm hat, ist verständlich. Doch will dieser letztendlich auch nichts anderes - lässt Bilko ihn in seiner Position so weit in Ruhe, dass er eine gemütsruhige Kugel schieben kann.
Bis sich Besuch aus Washington ankündigt: der schwer bürokratrisch veranlagte Major Colin Thorne (Phil Hartman) inspiziert das seit Jahren in der Entwicklung befindliche Projekt "Hoover Panzer" - ein Kriegsgerät, das aufgrund der technischen Finesse dem Militär einen Quantensprung in der Kriegsführung bescheren soll.
Dumm nur, dass die Präsentation schief geht - doch darf Thorne herausfinden, dass es Sergeant Bilko gibt. Mit dem er eine seit Jahren offene Rechnung zu begleichen hat.
Die angenehmen Zeiten für Bilko und sein Team scheinen ein Ende zu finden.
Und als Thorne glaubt, seinen Erzfeind dadurch zusätzlich zu reizen, in dem er sich für Rita interessiert, läuft dieser zur Hochform auf.....

Basierend auf einer alten TV-Serie aus den späten Fünfzigern (die vier Jahre lief und damals jährlich den Emmy für die beste Comedyserie einfuhr), die Steve Martin wohl als Kid geliebt haben dürfte, macht diese unterhaltsame Sause auch heute noch überraschend viel Laune. Zumal sie Witze aus dem Bereich der Latrinenschüssel nicht bemühen muss. Gut, das dürfte Anhängern von "New Kids Turbo" oder den Werken der Schöpfer heutiger Spoof-Movies kaum schmecken.
Aber wer bin ich, dass ich diesbezüglich wüsste bzw. wissen möchte wie dieser Shit smells.
Allen anderen, die - besonders bei diesen Temperaturen - das filmische Äquivalent zu einer gehopften Kaltschale mit ein paar Knabbereien bemühen möchten, ohne dass der Denkapparat übermäßig starken Umdrehungen ausgesetzt werden braucht, sollten bei dem mal einschalten.
Irgendein Streamingdienst sollte den mit Sicherheit in den digitalen Gewölben "auf Halde" liegen haben.
Denn so sehr Steve Martin ein bekennender Fan von Peter Sellers ist: seine "Pink Panther"-Reboots kann und will ich wirklich niemandem anraten.
Da könnte ich ja gleich das komödiantische Trauerspiel "Der Sohn des Rosaroten Panthers" mit Roberto Benigni (und - allen Ernstes - tatsächlich von Blake Edwards) empfehlen. Und das geht nun - bei allem was mir heilig ist - kein Stück weit....


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