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scholley007 20.05.2018 14:56

Kuffs - Ein Kerl zum Schießen (Kuffs) (1992)
 
Was kommt raus, wenn man einen Film genau auf einen Schauspieler/eine Schauspielerin zu schneidert?
Mal ein Egoprojekt, das sehr schnell dem Vergessen anheim fällt, mal eine entspannte Sause, die überdauert.
Der hier - fällt wohl irgendwo dazwischen.
Am ehesten vergleichbar mit Whoopi Goldbergs spätachtziger Actionkomödie "Fatal Beauty", das mit seiner damaligen "Frei ab 18"-"Auszeichnung" im Kino baden ging - dann aber auf Video mächtig abräumte.
So auch in diesem eigentlich fundamentalen "Nichts" , das dem damals schwer angesagten Christian Slater dazu verhelfen sollte, den Sprung vom Teeniestar zum Jungerwachsenen zu schaffen...

George Kuffs (Christian Slater) steht grad so richtig auf der Sonnenseite des Lebens: Schule abgebrochen, Job verloren, Freundin Maya (die damals 15 jährige Milla Jovovich) überraschend schwanger.
Der schwer von sich selbst und seiner Erwartung noch etwas vom Leben zu verdienen eingenommene Kuffs, macht sich von Sacramento nach San Francisco auf, um dort von seinem Bruder ein paar Dollar als Darlehen zu erfragen. Weiter geht sein gegenwärtiger Plan nicht.
Doch Bruder Brad (Bruce "Babylon 5" Boxleitner) ist auch nicht grade flüssig. Als Chef einer "Patrol Special"-Unit - eine private Sicherheitstruppe, die in San Francisco gegen Bezahlung Geschäftsleute in der in diesbezüglich gegliederte Bezirke aufgeteilten Stadt vor Unbill beschützt - hat er eine andere Idee: er, der George nach dem Tod der Eltern alleine aufzog, will, dass der sympathische Tagedieb endlich erwachsen wird.
Mittels Ausbildung bei der Polizei und anschließender Eingliederung in die "Patrol Special"-Unit von Brad.
George ist nicht wirklich davon begeistert - hat aber keine andere Wahl, als Brad erschossen wird.
Als Verwandter fällt ihm der Vertrag über die "Patrol Special"-Einheit zu.
Sehr zum Missfallen von Anwohnern, Bediensteten und den bösen Buben, die ebenfalls einen Blick auf Georges Erbe geworfen haben.
Widerwillig unterstützt durch den Cop Ted Bukovsky (Tony "Ghost" Goldwyn), der - selbst auf Bewährung - von seinem Vorgesetzten dazu verdonnert wurde, macht sich George daran, dem Mörder seines Bruders (Leon Rippy) nachzustellen. Dieser - nur durch eine juristisch nicht wasserdichte beim Mord ausgeführte Handlung weiterhin auf freiem Fuß befindliche - Herr merkt sehr schnell, dass das Großmaul zwar ein solches besitzt.
Aber sich als unverhofft zäher Gegner entpuppt.
Woraufhin die Luft im Viertel stündlich bleihaltiger wird....

Slater darf in diesem filmischen Donut neben seiner enorm selbstsicheren Art - die ihn zum Bruder im Geiste von Axel Foley werden lässt - immer wieder mal das tun, was gegenwärtig wieder Deadpool im Kino tut: die Durchbrechung der vierten Wand vornehmen und das Publikum direkt ansprechen.
Hier und da hat das seinen Reiz, der Film - und sein dünnes Script - können aber nicht ganz verhehlen, dass dieser Winkelzug dem Film als etwas selbstverliebte Stilübung gerät.
Ansonsten bleibt unterm Strich eine 08/15-Actionkomödie, die - 8 Jahre nach "Beverly Hills Cop" (der, machen wir uns nichts vor, genau wie seine Sequels auch nie einen Schwerpunkt auf ein ausgefeiltes Script legte) - damals bewies, dass dieses Genre seinen Zenit überschritten hatte.
In den USA eher mäßig gelaufen, war auch in den hiesigen Kinos damals kein Staat mit zu machen.
Dafür hatte er dann ein langes erfolgreiches Leben in den Videotheken.
In Kleinstrollen finden sich hier noch Mary Ellen Trainor (Ex-Ehefrau von Regisseur Robert Zemeckis und in Nebenrollen in einigen der Actionklassiker der Achtziger dabei - u.a. "Stirb langsam" und "Lethal Weapon". Leider ist die Dame 2015 mit gerade mal 62 Jahren verstorben), Aki Aleong (neben James Hong und Al Leong einer der asiatischen Nebendarsteller der Achtziger und Neunziger Jahre), Leon Rippy (Regular in den vier Roland Emmerich-Filmen und in "Deadwood" dabei), der spätere Erotikstar Julie Strain und Ashley Judd zu Beginn ihrer Karriere.
Sowie der zu jener Zeit auch gern besetzte Troy Evans - der als Nebendarsteller eine ähnlich umfangreiche Filmographie sein Eigen nennen kann, wie die in den Neunzigern auch zahlreich eingesetzten Stephen Tobolowsky und J.T.Walsh.
Der Score ist von Harold Faltermeyer - der hier augenscheinlich seine 7 Grundnoten aus dem legendären "Axel F."-Thema in unterschiedlicher Reihenfolge bemüht.
Was den Film ob seiner Synthieklangsuppe hier und da einen Tick mehr dated wirken lässt, als die hier präsentierte Mode (besonders die von Leon Rippy´s Charakter).
Der Film erfuhr damals einige Schelte seitens aufgebachter Eltern, weil man sich in den USA weniger Gefluche und Tötungen gewünscht hätte (der Film kam damals mit einem PG-13 davon - hierzulande ist er immer "ab 12 Jahren" gewesen).
Alles in allem nach all den Jahren ein (immer noch) kurzweiliges Werk, dessen Patina an Verklärung in Sachen "Coolness" vielleicht doch ein wenig angesetzt hat.
Entsprechende Anhänger jener "Wiederentdeckungen" mögen tatsächlich ihre helle Freude hieran haben......

S.W.A.M. 20.05.2018 18:11

AW: Kuffs - Ein Kerl zum Schießen (Kuffs) (1992)
 
Deine Sätze werden immer verschwurbelter... egal, an dem hatte ich auch immer meine Freude. Kann mal wieder geschaut werden.


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