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Alt 02.08.2021, 10:52
...is mostly "Confuzzled"....
 
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scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard Pennies from Heaven (1981)

...wurde dereinst nach seinem Flop in den USA hierzulande weder im Kino, noch auf Video und bislang nicht auf DVD (geschweige denn BluRay) ausgewertet.
Nur irgendwann in Ende der Achtziger tauchte der mal kurz im TV unter dem Titel "Tanz in den Wolken" auf - um dann wieder zu verschwinden. Eine deutsche Tonspur ist also vorhanden, weshalb sich Ausgrabungsspezis wie "PIDAX" durchaus hierfür interessieren könnten. Wenn denn WARNER als produzierendes Studio bereit wäre, eine Lizenz hierfür zu gewähren... aber vielleicht gehört der Streifen - der Comedian Steve Martin damals "ernst machen" ließ - zu jenen Werken, an die ein großes Studio aufgrund des Fehlschlages an der Kinokasse nicht mehr erinnert werden will. Oder weil die Rechte an den hier drin verwendeten Songs abgelaufen sind (und bei einem erneuten Vertrag evtl. schlicht zuviel kosten würden). Anyway - durch einen britischen Anbieter kam ich nach all den Jahrzehnten nun endlich mal an die Scheibe aus dem Hause "WARNER Archive Collection" heran, damit ich diese Wissenslücke, die mich seit dem CINEMA Jahrbuch 1981 (oder 82) - sorry, bin grad nicht sicher in welchem genau der nu vorgestellt wurde, aber die Erinnerung daran blieb - verfolgte, endlich mal schließen konnte...

Die USA während der Ausläufer der Weltwirtschaftskrise im Jahr 1934. Der Musiknotenverkäufer Arthur (Steve Martin) träumt von einem eigenen Geschäft. Allein es fehlt das nötige Kleingeld um ein solches zu eröffnen. Denn das Guthaben, das seine Ehefrau Joan (Jessica "Shock Treatment"/"The Phantom of the Paradise" Harper) ihr eigen nennt, ist für etwas solideres als eine Träumerei bestimmt.
Dass Arthur ob der Frigidität seiner Gattin obendrein ob seiner sexuellen Bedürfnisse inzwischen verzweifelt ist, lässt ihn auf einer Geschäftsreise bei der er Musikgeschäfte in anderen Städten aufsucht um Notenblätter zu veräußern, auf die Grundschullehrerin Eileen (Bernadette Peters) treffen.
Die für den Träumer genau jene Wunschvorstellung verkörpert, nach der er sich sehnt.
Dummerweise ist Arthur allerdings auch ein Mensch, der neben seinen Träumen sonst nichts zu bieten hat. Auch weil er mit von seinen Phantasien durchtränkten Tagträumen zwar empfängliche (weil an der Realität ein Stück weit verzweifelte) Menschen kurzzeitig für sich einnehmen kann. Darüber hinaus aber keinen Plan hat, wie er diese umsetzen könnte.
So verwundert es nicht, dass er Eileen - nach erfolgreicher Bedrängnis - sitzen lässt um in sein belangloses Leben zu Joan zurückzukehren. Die - geschlagen mit dem Wesenszug, der sowohl Männern wie auch Frauen gegeben ist, nämlich dem nicht allein sein zu können - ihn (trotz der Tatsache, dass sie sein Fremdgehen förmlich riecht, was er aber vehement verneint) wieder willkommen heißt. Auch weil sie ihm seinen tiefsten sexuellen Wunsch erfüllt.
Und ihm darüber hinaus ihre Ersparnisse verspricht...
...Arthurs Traum eines eigenen Geschäfts wird wahr.
Doch hat dieser sich zu früh gefreut - denn die von ihm erwarteten Käufer und Käuferinnen bleiben aus.
So zieht es ihn erneut zu Eileen, die ihm eröffnet, dass ihr gemeinsames Beisammensein ernste Folgen hatte. Und sie aufgrund der "Umstände" (und der Tatsache, dass kein Ehemann weit und breit) sie ihren Job an der Schule beenden mußte.
Schuldbewußt verspricht Arthur ihr Unterstützung - windet sich aber mittels einer ihr gegenüber falschen Adresse aus der Verantwortung heraus.
Dass er aber zu Beginn einen musizierenden Anhalter mitnahm, wird sich noch bitterlich rächen - man trifft sich eben (wenn manchmal auch unbewußt) zweimal im Leben....

"Vulgär!" So bezeichnete Musical- und Steptanzlegende Fred Astaire den Film, als er seiner ansichtig wurde. Und man kann es ihm nicht gänzlich verdenken: Regisseur Herbert Ross - auf dessen Konto so einige Musicals- bzw. Musikfilme (Am Wendepunkt/Funny Lady/Nijinski/Giselle - Dancers/Footloose) und Filme über starke Frauen (Magnolien aus Stahl/Kaffee, Milch und Zucker)gehen und der auch als Choreographer für TV und Film tätig war - lässt hier dem Genre "Musical" eine vielleicht etwas ZU real wirkende Einspritzung zukommen. Weshalb die - in klassischen Musicals niemals so direkt angesprochene - Sexualität manchmal etwas ZU real und manchmal auch etwas aufgesetzt wirkt. Was den Film in eben jenen Szenen, die die Realität atmen immer mal zu schlingern bringt, einfach weil der Sturz aus dem "Tanz in den Wolken" von Arhurs Fantasie somit wie die aufweckende Fahrt vor die Wand vorkommt. Da schüttel´t einen. Subtil ist irgendwie... anders.
Hinzu kommt, dass die Akteure hier drin niemals selbst singen - das ist durchweg lippensynchrone Arbeit zu alten Nummern jener Zeit der Zwanziger und Dreissiger Jahre. Und da kann es auch passieren, dass männliche Akteure schon mal die Lippen zu Zeilen bewegen, die von einer Frau interpretiert werden. Das wirkt - befremdlich.
Und dass Steve Martins Charakter letztendlich ein Lappen ist, dessen Narzissmus und Wehleidigkeit schlicht NICHT zum mitfühlen einlädt, gerät dem Film als gigantischer Stolperstein.
Nicht dass Martin - der zum Zeitpunkt des Entstehens des Films mit der größte Comedian der USA war (mit seiner damaligen Partnerin im wahren Leben hatte er den Riesenhit "Reichtum ist keine Schande" - der hierzulande auch eher übersehen wurde) - die Rolle nicht gut spielen würde. Aber da er das Zentrum des Films ist, fällt dieser durch ihn mehr als einmal flach aufs Gesicht.
Auch wenn Jessica Harper - in einer beeindruckend undankbaren Rolle - und Bernadette Peters (deren Performance den Film emotional hier und da ein Stück weit rettet) - ein ums andere Mal sorgen können, dass der Film sich danach ein Stück weit berappeln kann.
Zusätzlich sind einige tolle Choeographien zu bewundern - Martin gibt in den Stepszenen wirklich was her; die Schau wird ihm allerdings durch den großartigen Christopher Walken gestohlen, der als Zuhälter in einer Sequenz den Klassiker "Let´s misbehave" quer durch eine entsprechende Kneipe zum Besten gibt. Eben seine Performance hat wohl Fred Astaire und Gene "Singin´in the rain" Kelley zu wirklicher Begeisterung gebracht haben (während der Rest des Films auf kaum Gegenliebe bei den Musicalstars traf).
Die Ausstattung - bei der Ken Adam (der auch für die Kulissen einiger der besten BOND-Filme der sechziger und siebziger Jahre verantwortlich war) großartiges geleistet hat - soll nicht verschwiegen werden.
Dass der Film sich am Ende allerdings mittels eines Kommentars und somit eines arg billigen Tricks ein Happyend schenkt - schlicht, weil Musicals IMMER so zu enden haben - entlässt einen doch eher mit dem Gefühl irgendwie betrogen worden zu sein zurück in die eigene Realität.... Insgesamt bereue ich es nicht, ihn gesehen zu haben.
Aber die Fehler des Films sind doch ziemlich offensichtlich - für entsprechende Connaisseure solcher Werke gibt´s auf diese Weise mal die Empfehlung, es damit mal zu versuchen.... auch wenn die Begeisterung darüber (vermutlich) eher gedämpft ausfällt.... Das Ganze basiert übrigens auf einer von Dennis Potter gescripteten britischen TV-Serie gleichen Namens. Von Potter ist die britische TV-Serie "The singing detective", der mit Robert Downey, Jr. als Spielfilm anno 2003 umgesetzt wurde auch inzwischen Kult.

Auf der DVD findet sich im (überschaubaren) Bonusmaterial noch eine 35 minütige Doku in der die Darsteller zum 20-jährigen Revival anno 2001 im Rahmen einer Sondervorstellung des Films - der inzwischen eine Kultanhängerschaft generierte - zu Wort kommen...
__________________
"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")

Geändert von scholley007 (02.08.2021 um 10:56 Uhr)
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