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scholley007 29.05.2019 12:18

Legende (1985) (OT: Legend)
 
Nach "Die Duellisten", "Alien" und "Blade Runner" begab sich Ridley Scott auf das Gebiet der Fantasy.
Und brach krachend ein.
Die damalige Kinoversion mit einer Länge von 94 Minuten trug dazu bei, dass der anvisierte "epische Atem" der Geschichte irgendwie zu kurzatmig ausfiel....

Der Herrscher der Finsternis - kurz: "Darkness" (mit Gusto aufspielend: Tim Curry!, in einer Maske, die - vollkommen zu recht - im Genre Fantasy einen Ehrenplatz über die Zeit erringen konnte) - will dass die Dunkelheit die Welt überzieht.
Dazu muss das letzte Einhorn-Paar getötet werden.
Sein Lieblingsgoblin macht sich daran, dies in die Tat umzusetzen.
Im (absolut atemberaubend anzusehenden) Studio-Wald sorgt die Prinzessin Lili (Mia "Ferris macht blau" Sara) dafür, dass das männliche Einhorn für den Todesschuss stillsteht.
Ohne dass sie dies natürlich geahnt hätte. Wurde sie doch von ihrem Freund, dem Waldläufer Jack (Tom Cruise versteckt sich und sein patentiertes Lächeln größtenteils hinter einer Haarpracht, die später bei nahezu jedem zweiten Emo-Anime-Charakter übernommen wurde) zu jenen Fabelwesen geführt. Der ihr dies als Liebesbeweis zukommen ließ.
Jetzt ist guter Rat teuer - landen doch Lili und die Einhornstute binnen kurzem auch in der Festung der Dunkelheit.
Hilfe erhält der - sagen wir es offen: herzensgute aber leider nicht gänzlich helle - Jack von einer Gruppe Elfen unter Führung von Gump (David "Die Blechtrommel" Bennett) und ein paar Zwergen...

Wie geschrieben - einst gesichtet. Auf der - seit Jahren erhältlichen DVD/BluRay - befindet sich allerdings der rund 20 Minuten längere "Director´s Cut" (was mir erst vor kurzem bekannt wurde). Und der lässt das Werk doch wesentlich besser "atmen" - sprich: wirkt wesentlich weniger gehetzt als die "Viewer´s Digest"-Version, die jahrzehntelang existiert hat.
Nicht, dass die Geschichte selbst dadurch wesentlich besser würde - aber der Film ist - vor allem ein Fest für die Augen. Und lässt andere Fantasy-Big-Budget-Werke jener Zeit - besonders "Krull" als auch "Willow" - verschämt zurück.
Die Masken - geschaffen von Mastermind Rob "Das Ding aus einer anderen Welt"/"Explorers" Bottin sind (auch nach all der Zeit) ein echter Hingucker. Besonders die Wasserhexe Meg (gegeben vom späteren "Star Trek"-Holodoc Robert Picardo). Hübsch eklig.
Und die Ausstattung - sei es der Wald (sowohl im Sommerschein als auch in dem hereinbrechenden Schneesturm) als auch die Festung von "Darkness" (die - außer in den Gemächern seine Dünsternis - doch schwer nach Vermoderung und Leichenbergen dampft. Für ein Putzgeschwader hat die Boshaftigkeit irgendwie keine Ader) - lohnt allein schon das Einschalten.
Tim Curry vor allem - wenn sein Charakter auch erst nach punktgenau einer Stunde erstmal in voller Schönheit zu sehen ist.
Aber allein sein Entree - durch den Spiegel hindurch... Wow!. Ganz vergessen.
Die Körperlichkeit des Films durch die - real - existierenden Bauten, hat eine ganz andere Wirkung, als die heutigen (nahezu komplett) aus den Rechnern generierte Weltenschöpfung.
Allein dafür lohnt eine Sichtung, wie ich finde.

Fazit: für die ursprüngliche Fassung gibt´s (bestenfalls) eine 4.5/10.
Für den "Director´s Cut" lasse ich problemlos eine 7/10 springen.
Und es wirkt nochmal so lässig, wenn man sich gewahr macht, dass es sich bei diesem Epos beinah um ein Kammerspiel handelt - gemessen an der Anzahl der handelnden Akteure. Massenszenen? Was ist das? ;-)

mati 30.05.2019 11:50

AW: Legende (1985) (OT: Legend)
 
Irgendwie ist da was an mir komplett vorbei gegangen. Kann mich nicht entsinnen, je von dem Film gehört zu haben. Der Trailer ist jedenfalls so schön strange, dass mein Interesse durchaus geweckt ist.

S.W.A.M. 30.05.2019 13:51

AW: Legende (1985) (OT: Legend)
 
Uff... zurecht langsam vom Nebel des Vergessens umschwirrt. Unerträglicher Kitsch, den ich nach 45 Minuten o.ä. ausgeschaltet habe. Der war damals das erste Zeichen für die Probleme, die bei Ridley Scott in den Neunzigern und dann so nach "American Gangster" wieder Überhand nehmen sollten.

Miese Drehbücher, die teils ohne Verständnis für Dramaturgie oder Geschmack in tolle Bilder gebadet werden (siehe "Alien: Covenant", "Robin Hood", "Die Akte Jane" und zum Teil auch "Prometheus"). Ridleys Lieblingsspruch gegen den Vorwurf, dass er meistens "Style over Substance" mache, lautet ja: "Sometimes the style IS the substance". Ja, manchmal ist die Form wirklich der Inhalt.

Aber eben nicht immer.


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