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Alt 25.10.2011, 14:03
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Standard Possession (1981) (Possession)

Ein Horrorfilm? Ein Ehedrama? Ein politisches Manifest (dies aber eher so unter der Oberfläche)? Ein Flugzeug? Pardon....

Ein Mann kommt nach einem längeren Diensteinsatz heim. Das Willkommen fällt aus - die Herzlichkeit ist seiner Frau abhanden gekommen. Sie zieht es vor, der häuslichen Enge zu entfliehen.
Der Liebhaber - natürlich hat sie einen - ist schnell gefunden:
ein von Liebe übervoller Kotzbrocken von einem verständnisvollen Schlaffi.
Während der Mann besessen von der Wiederherstellung des "Status Quo" seiner Familie ist, der Liebhaber von der Vorstellung einer Liebe die allumfassend und Alle umfassend (also auch den Mann) ist, ist das bei dem Objekt der Begierde - der Frau - dann doch ein kleines bißchen komplizierter: da gibt es eine vierte Partei in diesem Reigen.
Und die ist anders als alles was man sich vorstellen könnte....

Mehr zu verraten wäre absolut tödlich (der "Spoiler" den man wohlweislich seitens des Anbieters auf die Rückseite des Covers gedruckt hat - handelt sich um den "Pitch" seitens der Regisseurs/Autors gegenüber einem interessierten Studio - ist schon ein bisserl fies gegenüber dem Konsumenten. Führt aber andererseits doch wieder in die Irre), dieser Film WILL erfahren - nicht genossen werden.
So zumindest kam er bei mir an.
Das was Besessenheit ausmacht, wie Besessenheit uns formt wenn wir ihr erliegen, das führt Schöpfer Andrzej Zulawski (Nachtblende/Die öffentliche Frau/Meine Nächte sind schöner als Deine Tage) in diesem filmischen Rauschzustand (die Kamera von Bruno Nuytten reißt einen förmlich mit sich) formvollendet vor.
Wenngleich die Dramaturgie sich hier und da gerne in Formen der Hysterie versenkt, die nicht jedem gefallen werden (der Nerv-Faktor wird da mit Sicherheit ein Stolperstein für manchen werden) - selten habe ich eine Darstellung hin zur totalen Selbstaufgabe die fast in Erschöpfung gipfelte erlebt, wie sie hier von Isabelle Adjani als "Anna, die Frau" zelebriert wird.
Und Sam Neill als ihr Mann "Mark" - der ob des Verhaltens der Frau die er abgöttisch liebt - nahe dran ist, selbst den Verstand zu verlieren, in dessen Augen der Wahnsinn sich durch die Pupillen nach außen schält ist auch alles andere als einfache Kost.
Einzig und allein Heinz Bennett (deutscher Theaterschauspieler) als "Heinrich" (der Dritte im Bunde) gibt in seiner Performance dem Begriff "Overacting" eine Dimension, die so (zumindest mir) noch nie untergekommen ist. Und trotzdem hat seine Figur etwas rührendes.
Aufgenommen im Berlin des Jahres 1980 ist die Mauer die die Stadt trennt, ein Sinnbild für die Protagonisten des Films: hier muß jeder seine persönliche Mauer die er/sie im Kopf und/oder im Herzen trägt einreißen.
Nur um sie an anderer Stelle wieder aufzubauen.

Selten eine so reine und gleichzeitig so vielschichtige Geschichte erlebt. Jemand wie Darren Aronofsky hätte ihn geliebt.
Ein Monster von einem Film!
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Alt 25.10.2011, 15:41
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Standard AW: Possession (1981) (Possession)

Von dem Film kam letztes Jahr eine gelungene Edition des Labels Bildstörung auf den Markt. Hab die zu Hause rumliegen aber zu einer Sichtung hat es (einmal mehr) bisher nicht gereicht. Kenn leider den "Twist" auch wenn ich es mir bildlich nicht so richtig vorstellen kann (will?).

Na ja, Weihnachtszeit ist nah. Das sollte dann auch die richtige Stimmung für den besinnlichen Streifen sein
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  #3 (permalink)  
Alt 25.10.2011, 16:26
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Standard AW: Possession (1981) (Possession)

Exakt die Version ist es.
Schönes Booklet (48 Seiten Umfang) über den Film und das Werk Zulawskis rundet den gelungenen Eindruck ab.

(Einzig die Tatsache, dass der Film auf Englisch mit nicht ausblendbaren deutschen Untertiteln abläuft, könnte den einen oder anderen stören. Interessant am Rande: der Film wurde komplett in Berlin gedreht (deutsche Gelder wohl auch dabei, sowie Darsteller und Produktionsangestellte hinter den Kulissen), hat aber offensichtlich nie eine Kino- geschweige denn Video-Veröffentlichung hierzulande erfahren!
Allein der überbetonte germanische Akzent von Herrn Bennent bei seinem Englisch - da schmeißt man sich weg!)

Auch Herr Cronenberg wäre dem hier nicht gänzlich abgeneigt gewesen, wage ich mal zu behaupten.

Und, ähh.... rost.... als Counterprogramming zu den weihnachtlichen Familienbesuchen eine wahrlich willkommene Abwechslung!
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Alt 04.01.2012, 22:31
Statist
 
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HansImGlück ist (noch) nicht aufgefallen
Standard AW: Possession (1981) (Possession)

Habe Possession nun auch gerade eben endlich gesehen und kann nur sagen: WHAT THE FUCK?!?!?!

Von der ersten bis zur letzten Minute einfach total fesselnd und tief verstörend. Die Intensivität des Schauspiels von Sam Neill und vor allem Isabelle Adjani ist mit Worten nicht zu beschreiben - das muss man einfach selbst gesehen haben.

Mir sind allerdings noch ziemlich viele inhaltliche Fragen offen geblieben über die ich hier gerne mal diskutieren und Meinungen austauschen würde.

Man kann es sich natürlich leicht machen, den Film von Anfang bis Ende einfach als eine einzige Metapher betrachten und nicht weiter nach einer inneren Logik der Handlung fragen. Aber ich denke, dass eine solche Logik hier sehr wohl vorhanden ist und die unzähligen Hinweise und Andeutungen der Schlüssel dafür sind. Also dass man hier ähnlich puzzeln kann wie bei einem Lynch-Film und dabei auch bis zu einem gewissen Grad zu einem Ergebnis kommt.

Hier nun mal meine Fragen und Gedanken (natürlich mit massiven Spoilern!). Ist letztendlich ziemlich lang geworden, aber der Film ist auch extrem gehaltvoll

1. Was genau ist Marks Beruf und womit genau war er vor seiner Rückkehr zu Anna beschäftigt? Die einzigen Andeutungen diesbezüglich habe ich im Gespräch von Mark mit den vier Männern am Anfang gefunden. Es erweckt den Eindruck, dass er eine Art Geheimagent ist und für die Organisation die durch die vier Männern vertreten wird, Informationen von einer Zielperson beschaffen soll. Doch wer ist diese Zielperson? Der Mann ganz rechts fragt Mark am Ende des Gesprächs noch: "Does our subject still wear pink socks?"

Was ich nun absolut paradox finde ist, dass der Mann mit den pinken Socken gegen Ende als der Kerl mit der Halbglatze offenbart wird. Der ist allerdings auch einer der vier Auftraggeber (ganz links, und auch bei diesem Gespräch trägt er bereits die pinken Socken, wenn man genau hinsieht)! Welchen Sinn soll es haben, dass die vier Männer Mark beauftragen Kontakt zu einem aus ihren eigenen Reihen herzustellen? Oder ist der Mann mit den pinken Socken so eine Art "Doppelagent"? Jedenfalls scheinen die vier Männer auf jeden Fall einem staatlichen Geheimdienst oder der Polizei anzugehören.

Der Socken-Typ und der Kerl mit der Augenklappe (ist auch am Anfang bei dem Gespräch anwesend, zweiter von links) offenbaren gegen Ende im Gespräch mit Mark, dass sie genauestens darüber Bescheid wissen, dass Mark Heinrich in der Toilette ertränkt hat (um das zu wissen, müssen sie ihn wohl die ganze Zeit über beschattet haben). Dennoch wird Mark trotz dieses Mordes nicht festgenommen sondern darf unbehelligt wieder mit seinem gestohlenen Motorrad davonbrausen. Warum?!

Direkt im Anschluss an diese Szene fahren die beiden mit einem Polizeiauto im Schlepptau bei Anna vorbei (ist der Typ in der Polizeiuniform nicht der zweite Kerl von rechts beim Gespräch am Anfang?). Woher wissen sie von Annas Aufenthaltsort? Kann auch sein, dass ich an dieser Stelle etwas übersehen habe. Und überhaupt: Was wollen diese Typen eigentlich von Anna?

2. Als Anna und Mark am Ende im Kugelhagel schwer verwundet werden, bekommt das Monster keinen Kratzer ab, obwohl es direkt neben ihnen steht. Warum das? Und warum feuern die Polizisten nicht weiter um auch das Monster zu töten (welches ja genau wie Mark aussieht, der kurz zuvor den Mann mit der AUgenklappe erschossen hat)? Eine Theorie: Der Geheimdienst oder was auch immer das darstellen soll ist von Anfang an hinter dem Monster her und will es jeden Fall lebend in die Finger bekommen. Was haltet ihr davon?

3. Zur Fehlgeburt in der U-Bahn: Ist das eine Rückblende oder doch linear im Handlungsverlauf angesiedelt? Anna trägt dabei das selbe Kleid wie vorher und nachher, was ja eher gegen eine Rückblende sprechen würde. Das Gespräch im Anschluss mit Mark erweckt bei mir allerdings den gegenteiligen Eindruck:

Anna: "What I miscarried there was Sister Faith. And what was left is Sister Chance. So I had to take care of my Faith, to protect it."
Mark: "That's what you're doing there?"
Anna: "Yes."

Wie ist dieses Gespräch zu verstehen? Das Wörtchen "there" und die Tatsache, dass Anna wieder total frisch aussieht, erweckt den Eindruck, dass die Szene in der U-Bahn schon länger zurück liegt. Ist das Monster etwa diese Fehlgeburt von Anna? Und Anna beschützt nun diese Missgeburt, ihre "Sister Faith" vor dem Geheimdienst, der ihn ihr stehlen will? Klingt irgendwie ziemlich wirr für mich. Vielleicht kann in diesem Punkt noch jemand hier etwas mehr Klarheit schaffen. Vielleicht ist die U-Bahn-Szene auch eher rein symbolisch zu sehen; direkt vorher ist Anna in der Kirche und verliert ihren Glauben als die Jesus-Figur ihr partout nicht antworten will. Vielleicht soll die anschließende U-Bahn-Szene auch lediglich nochmal verdeutlichen, wie dieser Glaube wie eine Missgeburt aus ihrem Inneren verschwindet. Nur weshalb sagt sie dann, dass sie beschützen und in ihrer Wohnung verbergen müsse?

4. Eine Frage zu Helen: Wie würdet ihr ihre Rolle interpretieren? Ich denke, dass sie auf jeden Fall auf eine Stufe mit dem Monster zu stellen ist. Diesbezüglich achte man auf ihre Augen (vor allem in der letzten Szene) im Vergleich zu Annas Augen und die Augenfarbe des (fertigen) Monsters. Doch wenn Anna in welcher Form auch immer das Monsters vielleicht selbst geschaffen / geboren hat (als vollkommeneren Ersatz für Mark, mit dem sie unglücklich war) wie und wo und weshalb hat Mark dann quasi als Analogie Helen erschaffen? Helen wirkt ja von ihrer Ähnlichkeit zu Anna mal abgesehen doch deutlich realer und fester in der Realität verwurzelt als das Monster.

5. Und schließlich das Ende: Wie ist das zu verstehen? Der Junge fürchtet sich panisch vor dem Monster und ertränkt sich lieber?! Wie unter 4. geäußert denke ich, dass Helen auf eine Stufe mit dem Monster zu stellen ist (falsche Kopie / Ersatz für die wirkliche Mutter) aber mit ihr hat der Junge absolut kein Problem. Ich kann mir eigentlich nur zwei Erklärungen dafür denken:
1. Der Regisseur hat ja hier angeblich die Trennung von seiner Frau verarbeitet und vielleicht soll uns das daher sagen, dass die Frau (Anna) unvollkommen und allein an all dem Stress schuld war, so dass der Junge sich freudig in die Hände der vollkommeneren und um diese Makel bereinigten Anna-Kopie begibt. Den Vater (Mark) trifft jedoch keinerlei Schuld; der Junge wünscht sich daher seinen "echten" Vater. Somit könnte man das als ziemlich eindeutige Schuldzuweisung für das Scheitern der Ehe des Regisseurs an seine Frau auffassen.
2. Der Junge hat gar nicht vor dem Monster an sich Angst, sondern davor, dass es mit Helen zusammenkommt. Dann würde sich wieder die Ehe-Hölle entfalten, die den Jungen so sehr belastet, dass er sogar den Tod vorzieht. Das Monster jedenfalls hat es ja nach Annas Tod direkt zu Helen hingezogen, was bedeutet, dass zwischen den beiden (als Inkarnationen von Anna und Mark) (immer noch) eine starke Anziehungskraft besteht. So könnte man dann auch den Krach und das Blitzen am Ende als das sprichwörtliche Ende der Welt auffassen, dass durch die Zusammenkunft von Helen und dem Monster losbricht. Sozusagen die Ehe als absolute Hölle auf Erden.

Auf jeden Fall eine nette Botschaft für den Film und obwohl mir noch mindestens ein halbes Dutzend weitere Dinge durch den Kopf schwirren, höre ich hier erst mal auf und würde mich freuen, wenn der ein oder andere, der den Film gesehen hat, seine Meinung zu meinen Fragen und Interpretationen kund tun könnte.
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Alt 09.01.2012, 22:22
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Standard AW: Possession (1981) (Possession)

Puuhhh: mal zu 1:
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Mark ist der Mittelsmann zu einer wichtigen Person aus der ehemaligen DDR. Nur so ist es zu verstehen, dass das "Gremium" (so nenne ich mal die Auftraggeber) nur ihn weiterhin beschäftigen will (das "können" wurde ihnen ja durch die Weigerung jener Person auf der anderen Seite der Mauer entsprechend verweigert, der will ja nur Mark und niemand anderen).
Bei einer solchen Bespitzelung wie sie Personen der Öffentlichkeit oder der "inneren Sicherheit" meist ausgesetzt waren (schönes filmisches Beispiel dazu: "Das Leben der Anderen"), ist es nicht verwunderlich, wenn Jemand sich dem Westen hin öffnet entsprechend mißtrauisch wird, wenn von der ihm bekannnten Linie (also dem Kontakt mit Mark) abgewichen wird.


Ich hab den Film einmal gesehen -
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somit erlaube ich mir mal die Brüche in Bezug auf Doppelbesetzung ("der mit den pinken Socken") vielleicht auch einfach auf ein schmales Budget zu schieben.
Der Darsteller war greifbar und erklärte sich bereit, sich einfach an den Tisch des "Gremiums" zu setzen. Sonst nix weiter.

Damals wurde vielleicht auf mögliche Continuity (und "Filmfehlersucher") nicht so großes Gewicht gelegt wie heute, wenn man halt den Einzelbild-/Standbild/Suchlauf vom DVD-Player benutzen kann.
Videogeräte waren 1981 erst vereinzelt zu haben (und sauteuer - ebenso die Filme in den Formaten VHS/Beta und Video 2000) und an DVD noch gar kein Gedanke verschwendet worden...

Zum Thema "Wesen in der Wohnung" und die "Doppelung der Charaktere":
Spoiler: Anzeigen
ich seh es so, dass das Wesen die Projektion von Adjanis tieferen Wünschen ist - und schlußendlich die "alten" alter Egos "ausgelöscht" werden, weil die Entwicklung hin zum vollwertigen Charakter abgeschlossen ist.
Manchmal hat man natürlich auch vor diesem Schritt noch Angst - deshalb auch das Zögern die Tür zu öffnen. Schlußendlich beinhaltet dies auch wieder eine Endgültigkeit, zu der man bereit sein muß.
Die politische Ebene war - wenn ich in die Doku einsteige, die auch auf der Scheibe vorhanden ist - ein "Bonbon" für den Regisseur, der die entsprechenden Einflüsse eines damals noch zweigeteilten Berlins immer mal wieder mit reinpackte.
Da er zu diesem Zeitpunkt (gescheiterte Beziehung, die in dem Film laut seiner eigenen Aussage verarbeitet wird) auch noch politscher Flüchtling war, mag man diese Ebene als Verarbeitung des Regisseurs "mitnehmen" - manchmal blende ich sowas auch geflissentlich aus um mir selbst keinen zu dicken Kopp darüber zu machen (sonst leidet das Visuelle zu sehr wegen der Hinterfragung des Narritiven - ähnlich bin ich auch mit "Inception" verfahren).

Vielleicht hilft Dir das ansatzweise weiter - vielleicht schaltet sich auch jemand von der intellektuell mir überlegenen Front ein und klärt Dich besser auf, als ich es kann.
Man kann ja net alles wissen (müssen/wollen/ ... whatever).

Über die weiteren Punkte mach ich mir gerne Gedanken, wenn ich für eine Zweitsichtung mal Zeit hab - und meine Bekannte mir die Scheibe mal wieder zurück gegeben hat, die ich ihr ausgeliehen hab.
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  #6 (permalink)  
Alt 09.01.2012, 23:17
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Standard AW: Possession (1981) (Possession)

Das Teil schlummert auch schon ein Weilchen in meinem Einkaufskorb.
Gemeinsam mit dem Bildstörung-Genossen Der Leichenverbrenner, für beide bin ich aber auch noch zu geizig. Auch, wenn ein Preisfall in der nächsten Zeit wohl nicht zu erwarten ist.

Nachdem ich vor einigen Jahren von Meine Nächte sind schöner als deine Tage ja umgemein angetan gewesen bin, kann ich's mir eh kaum verzeihen (und glauben), dass ich nie wieder was von Żuławski probiert habe.

Geändert von Celdur (09.01.2012 um 23:22 Uhr)
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  #7 (permalink)  
Alt 05.02.2012, 19:20
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Danke fürs Erinnern.
Das, was gestern lief, war zwar nichts, was mein Publikum erwartet, gewollt und genossen hat, aber dafür hat's bei mir umso bleibendere Eindrücke hinterlassen. Und dieser CronenbergKafka hat meine Angst vor Frauen intensiviert, danke dafür.

Das nehme ich auch gleich als Entschuldigung, mir selbst schamlos einzugestehen, dass ich nur das wenigste unter "Verstanden" archivieren kann. Von den dreißig großen Fragen auf Handlungsebene mal abgesehen, sind's schon die kleinen Merkwürdigkeiten, die mich die ganze Zeit absolut ohne Anhaltspunkte im Nichts deuten ließen.
Wirklich nur exemplarisch sei das Sprachphänomen genannt: Es gab in Berlin zwei Deutschsprachige, oder? Und alle bis aufs Kind haben vor dem Dreh offensichtlich nie ein englisches Wort über die Lippen gebracht...
Natürlich kann man sich's leicht machen und das ganze einfach als ausufernde Therapiesitzung des sich in Trennungsschmerz suhlenden Regisseurs abtun... aber das würde Possession natürlich mehr als nur entzaubern.

Hat hier jemand noch weiterführendere Erfahrungen mit Żuławskis Schaffen gesammelt als ich?
Trotz der absoluten Andersartigkeit hab ich in beiden Filmen durchaus dieselbe Handschrift in beiden entdecken können; und das ist beeindruckend...
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  #8 (permalink)  
Alt 05.02.2012, 20:41
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@Cel: frei nach dem (gerade frisch erstellten) Motto: ein Halbjahr ohne Zulawski ist kein Halbjahr, soeben mal "Nachtblende" mit Romy Schneider und Klaus, dem Kinski erworben.
Frau Marceau mit ihren "Nächten" darf noch ein wenig warten und "Die öffentliche Frau" mit Valerie Kaprisky (oder so ähnlich - auf jeden Fall die zeigefreudige Mademoiselle mit der sich Richard Gere in "Atemlos" dem Titel passend darbot).... mit ihren erigierten Brustwarzen könnten die Männer die übergehenden Augen ausgestochen werden..... (auch die war wohl mal kurzzeitig des Herrn Direktors Muse..... vielleicht sollte ich langsam auch mal schwer zu entschlüsselnde Werke frei nach meinen Beschämlichkeiten aus meinem Kopf inszenieren - wieviel willige kunstbesessene Damen aus dem deutschen Schauspiel mir dann bereitwillig hüllenlos daherkämen? Wäre ein geeignetes TV-Casting für "arte" )
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Alt 05.02.2012, 20:53
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Da fällt mir ein... im Netz wird die Bildstörung-DVD über den Grünen Klee gelobt. Da ist von vollwertigen Analysen, einem 32-Seiten Booklet, wahnsinnig aufschlussreichen Audiokommentaren, einem Making Of und mehr die Rede.
Ich hab ein Scheibchen Werbung im DVD-Case (u.a. GANDU WICHSER und La Bête - "Wir raten ab" - Katholische Filmkritik) und ein paar sonderbare Trailer auf dem Silberling selbst.
Hat jemand von euch die angepriesene Version... und sich schon mit den Extras auseinander gesetzt?


Nachtblende hätte ich auch als nächstes ins Visier genommen...

Geändert von Celdur (05.02.2012 um 20:57 Uhr)
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Alt 05.02.2012, 21:14
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Ok, ist vielleicht auch einfach die Special Edition.
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Alt 26.05.2016, 13:56
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Hab mir neulich die "normale" Bildstörungs-DVD zugelegt, direkt mal eingelegt und war hin und weg. Was für ein Angriff auf die Sinne!

Ich liebe die Musik, Isabelle Adjani, Sam Neill auch und diese völlig entfesselte Kamera. Bei dem Film kann man einfach nichts anderes machen, als mit offenen Augen und offenem Mund dem Wahnsinn ins Gesicht starren bis der Abspann kommt.

Wenn man gegen sowas die ganzen 08/15-Bananen im Kino sieht, dann können die nur verlieren.
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Alt 26.05.2016, 14:54
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Nur noch mal als kleinen Leckerbissen. Die grandiose Anfangsmusik, fast wie aus einem Argento-Film!

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