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Alt 14.10.2019, 17:37
...is mostly "Confuzzled"....
 
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scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard Reporter des Satans (1951) (OT: Ace in the hole)

Das Filmfestival von Venedig sorgte im Vorfeld mit der Auszeichnung von "Joker" als "bester Film" für einen entsprechenden Buzz, den dieser gewinnbringend ummünzen konnte.
Ähnlich verhält es sich bei diesem Streifen von Meisterregisseur Billy Wilder, der anno 1951 in Venedig den Preis für den besten Regisseur verliehen bekam.
Deano, der mir im "Joker"-Thread sein Unverständnis bezüglich meiner bedingungslosen Liebe zu "Nightcrawler" kund tat, könnte mit eben dieser spektakulär zynischen Betrachtung des Menschen an sich, vielleicht ebenso rätseln, wieso mich eben jene Betrachtungsweise unserer Spezis so begeistert, während ich dann an "Joker" so grandios scheitere... sei´s drum....

Chuck Tatum (Leinwandlegende Kirk Douglas) hängt seit einem Jahr in dem amerikanischen Provinznest Albuquerque in Neu Mexiko fest. Für den Großstadtreporter, dessen Fähigkeiten grundsätzlich mit seinem großspurigen Ego (und einem Alkoholproblem) kollidieren eine Schmach, an der er tagtäglich knabbert.
Will er doch wieder in den Großstadtmoloch New York zurück, in dem er in Ungnade gefallen ist.
Doch als er sich mit dem jungen Fotographen des örtlichen Käseblattes (dessen Verleger grundsätzlich der Wahrheit verpflichtet eben Tatums Gefallsucht der großen knalligen Schlagzeilen grundsätzlich ablehnend gegenübersteht) auf die Fahrt macht um von einer Festivität zu berichten (berichten zu müssen), die er als "provinziellen Mist" bezeichnet, stößt er beim Tanken quasi "auf Gold".
Also journalistisch gesehen.
Der Besitzer eben jener Kaschemme im Nirgendwo an der Tatum und sein junger Buddy Station machen, ist in einem alten indianischen Bergdorf in einer tiefer gelegenen Höhle bei dem Versuch alte indianische Töpfereien zu finden, verschüttet worden.
Hilfe ist nicht auf dem Weg.
Und die Ehefrau des Verschütteten Leo Minosa (Richard Benedict) - Lorraine (Jan Sterling) - die ihrem Mann fünf lange Jahre nicht verzeihen konnte, dass der sie hier draußen im Nichts quasi "lebendig begraben" hat - ist schon "auf dem Sprung" die Situation zu nutzen.
Tatum sieht die Situation als sein persönliches Sprungbrett, wieder auf der Zeitungsbühne der Großstädte aufwarten zu können - in dem er aus dieser Bagatellsituation eine Schlagzeile macht.
In der der verschüttete einsame arme Leo binnen 48 Stunden eine lokale Berühmtheit wird.
Kunststück: in dem damals herrschenden Zeitalter, in dem das TV seinen Siegeszug erst antrat, musste sich die Zivilbevölkerung ihr Entertainment noch suchen.
Und so strömen sie zu Dutzenden, später zu Hunderten um der Errettung des armen Leo beiwohnen zu können. Popcorn und Riesenrad-Attraktion inklusive.
Während Tatum mittels des örtlichen - vor der Wiederwahl stehenden - Sheriffs, die "Human Interest Story" wie ein Dirigent orchestriert. Und den armen "Ritter von der traurigen Gestalt" noch ein wenig länger unter der Erde verbleiben lässt. Weil das die Story noch länger am köcheln hält.
Quasi sein "Ace in the hole" als auch sein As im Ärmel.
Nur leider schleichen sich alsbald ein paar Noten ein, die das Geschehen aus dem Takt bringen....


Kirk Douglas als journalistischer Profi, dessen Desillusionierung bezüglich des menschlichen Wesens eine ähnlich berechnend-kalte Haltung besitzt, wie Jake Gyllenhaal als Louis Bloom in "Nightcrawler", ist eine Schau.
Wie der gesamte Zirkus, der sich da um die alte indianische Höhlensiedlung ansammelt und austobt.
Rund 70 Jahre nach seiner Entstehung wirkt Wilders Psychogramm eines Egomanen - und gleichzeitig einer Gesellschaft, die nach dem altbekannten Motto "Here we are now, entertain us" allzeit in einen gemütsmäßigen "We shall overcome"-Klatschmarsch auszubrechen bereit ist - wo frisch und aktuell wie am Tag, als er herauskam.
Dass ihm einst kein großer Erfolg beschieden war (er über die Jahrzehnte aber vollkommen rehabilitiert wurde), lässt ähnliches (von meiner Seite) für "Nightcrawler" hoffen.
Das Beste wie auch das Schlimmste des Menschen darzustellen und damit gleichzeitig dann Erfolg zu haben, scheint nur zu funktionieren, wenn man dem Film einen Zerrspiegel zu Grunde legt.
Dann erhält man sowas wie "Joker".
Der - keine 10 Tage nach Veröffentlichung - auf Platz 10 von "imdb" steht. Und als "Meisterwerk" allerorten auserkoren wurde.
Schauen wir mal, wie lange die Halbwertzeit für ihn andauert.
Und wie sein Bekanntheitsgrad in 5 Jahren ist......
Alles ist vergänglich - wie auch die Schlagzeilen, um die hier Kirk Douglas kämpft.
Und von denen er selbst sagt, dass sie - wenn auch gedruckt -einen Tag später nur dazu dienen den Fisch vom Markt einzuwickeln.....
Eine wundervoll gallige schwarzweiss-gefilmte Bestandsaufnahme der menschlichen "Kultur". Ohne Wenn und Aber...
__________________
"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")

Geändert von scholley007 (14.10.2019 um 17:41 Uhr)
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