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Alt 12.09.2019, 19:05
...is mostly "Confuzzled"....
 
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scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard Das Tal der Puppen (1967) (OT: The Valley of the dolls)

Die Rolle, die Sharon Tate neben ihrem Mitwirken in Polanskis legendärem "Tanz der Vampire" zu eben solcher Popularität verhalft, war die der "Jennifer North" in der Verfilmung des Bestsellers von Jacqueline Susann. Vor jener schicksalhaften Nacht im Jahr 1969, als ihre Partygesellschaft Besuch von den Charles Manson Jüngern bekam.....

Anne Welles (Barbara Parkins) kommt aus einem kleinen Städtchen aus New England nach New York. Um dort als Sekretärin zu arbeiten. Ihr erstes Engagement bei einem Anwalt, der im Showgeschäft tätig ist, führt sie über den britischen Kollegen und Vorgesetzten Lyon Burke (Paul Burke) mitten hinein in die glitzernde Szenerie. Und ihre Schattenseiten.
Für die ihre Bekanntschaften - und späteren besten Freundinnen - Neely O´Hara (Patty Duke - Oscarpreisträgerin für "Licht im Dunkeln" und einer der größten TV-Stars des US-Fernsehens seit Anbeginn) und Jennifer North (Sharon Tate) - entsprechend stehen.
Doch auch ihre eigene Lebens-/Liebesgeschichte fällt - beinah - den "Dolls" anheim. Den so von Neely bezeichneten Pillen-Muntermachern (plus Alkoholeinspritzung), die es ab einem bestimmten Zeitpunkt überhaupt noch möglich machen, das Leben auf der erfolgreichen Überholspur erträglich zu machen. Und zwar genau so dargestellt, wie es sich der "Club der Frömmlerinnen" aus dem Kirchenverein gerade so vorstellen kann und mag.
Während Neely als Superstar - und dem enormen Druck dem sie sich selbst unterwirft - zu einem egomanischen Stinkstiefel mutiert, "prostituiert" sich Jennifer in französischen erotischen "Arthaus"-Filmen jener Zeit um die Rechnungen für ihren geliebten Ehemann zahlen zu können, der mit einer vererbten Krankheit geschlagen letztendlich in einem Pflegeheim betreut werden muss.
Einzig Anne findet ihren Weg....

...der durchaus eine Art von Moralpredigt beinhaltet.
Und dies - beim "Rausschmiss" aus den Film mittels des Songs "Theme from The Valley of the dolls" von Soullegende Dionne Warwick textlich überdeutlich macht.
Autorin Susann - die den Film hasste, weil er ihr Buch (explizit in der zweiten Hälfte) im Sauseschritt in eine Soapopera verwandelte - war davon überzeugt, dass Shakespeare kein sonderlich guter Autor war, sondern der Soapopera-King seiner Zeit.
Da ist es natürlich enorm hilfreich, wenn ein so offensichtliches Prestiegeprodukt wie eben jenes hier, letztendlich so gefällig und banal ausfällt.
Ähnlich wie das 15 Jahre später entstandene Hollywood-Drama "Meine liebe Rabenmutter" (die den Konflikt zwischen Hollywoodstar Joan Crawford und ihrer Tochter Christina bebildert), ist "Tal der Puppen" über die Jahre zu einem Guilty Pleasure für Fans des "albern wirkenden Over-the-top-Kinos" herangewachsen, das selbst allzu gerne ein strahlender Stern wäre. Doch dann bestenfalls ein filmisches Glühwürmchen wurde.
Dramaturgisch und inszenatorisch auf TV-Niveau - wohl auch um entsprechende Damen nicht zu verschrecken - und darüber hinaus eben diese in deren vorgefasster Meinung über die "Lasterhöhle Hollywood" zu unterstützen.
Ein Film, wie die gestrickte Tischdecke bei Tante Martha. Bieder und schon altmodisch von dem Tag an, an dem sie erstmal aufgelegt wurde.
Schön ist hier drin die unerschütterliche Haltung von Sharon Tates Person, die sich ihrer Wirkung (und der daraus resultierenden Voreingenommenheit der Anderen) vollkommen bewusst ist.
Aber - letztendlich - daran zerbricht/zerbrechen muss.
Da bei Tate durchaus Ansätze schauspielerischer Möglichkeiten vorhanden, die durch die Banalität von Script und Regie immer wieder gedämpft werden. Dennoch wurde ihre Leistung bei den Golden Globes jener Tage gewürdigt, als sie als "beste Newcomerin" nominiert wurde.
Wenn der verhängnisvolle Tag im Jahr 1969 nicht gewesen wäre - dem Tarantino ja soeben im Kino eine Art von traumhafter Gerechtigkeit schenkt - wer weiß, was aus dem (auf den ersten Blick doch "nur" ein Body) den Mrs. Tate unzweifelhaft besaß, noch möglich gewesen wäre....

Schön hier drin war der echte Winter in New York. Man ist mittlerweile ja an soviel Kunstschnee gewöhnt, dass DAS als allererstes auffällt.
__________________
"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")

Geändert von scholley007 (12.09.2019 um 19:09 Uhr)
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