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Alt 22.06.2019, 12:05
...is mostly "Confuzzled"....
 
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Standard Die Akte Odessa (1974) (The Odessa File)

Zu den beliebtesten Bestsellerautoren der sechziger,siebziger und achtziger Jahre zählte neben Arthur Hailey (Die Bankiers/Airport) und Sidney Sheldon (Blutspur/Schatten der Macht) auch Frederick Forsyth (Der Schakal/Das vierte Protokoll). Auch wenn sein Roman, der der Verfilmung durch den Regieroutenier Ronald Neame (Das Mädchen aus der Cherry-Bar/Poseidon Inferno/Meteor) zugrunde liegt, einst von der seriösen Kritik eher naserümpfend besprochen wurde - wenn man ihn heute sieht, bekommt man einen schönen Eindruck von der "Kopf in den Sand-stecken"-Mentalität, die den Menschen (in diesem Fall den Deutschen) schon immer anhaftete. Und ewig anhaften wird...

Der freie Journalist Peter Miller (Jon "Anaconda"/"Midnight Cowboy"/"Heat"/"Express in die Hölle" Voight) erhält von einem befreundeten Kriminalbeamten das Tagebuch eines alten Juden, der durch Selbstmord aus dem Leben schied. In den Tagen nach dem Attentat auf Kennedy (wir schreiben November 1963), muss Miller herausfinden, dass die Erinnerungen des alten Herren nur eines unterstreichen: die "ewig Gestrigen" des vor 18 Jahren vorzeitig zu einem Ende gekommenen "1000-jährigen-Reiches" sind - weiterhin - sehr aktiv. In Positionen in Regierung und Wirtschaft.
Und ein ehemaliger SS-Lagerkommandant eines KZ´s in Riga - Maximillian Schell als widerlicher Herrenmensch par excellence - scheint unter neuer Identität auch wieder im Lande unterwegs.
Während seiner Recherche - die Miller schwer naiv und blauäugig beginnt - kommt ihm der israelische Geheimdienst in die Quere. Dieser hat Information, dass Forscher in Deutschland an einem Projekt beteiligt sind, das letztendlich für ein computergesteuertes System eingesetzt werden soll, das für Israel verheerende Folgen hätte.
So lässt sich Miller zum Infiltrator ausbilden, der über die Gruppe "O.D.E.S.S.A." (einer Gruppierung, die ehemalige SS-Mitglieder mit neuen Identiäten ausstattet) an die Hintermänner und den ehemaligen Lagerkommandanten herankommen soll...

Manche Räuberpistole war damals von der seriösen Kritik doch eher schräg angesehen. Dieses Werk hier auch. Das über die 45 Jahre seit seiner Entstehung doch weitestgehend im Strudel der Zeit in Vergessenheit geraten zu sein scheint. Was - irgendwie - schade ist. Denn - abgesehen von der Tatsache, dass der seinen Spannungs-/Unterhaltungsbogen über seine 2 Stunden absolut sicher hält - vermag er einem das ungute Gefühl vermitteln, dass Deutschland nie mit seiner Geschichte abgeschlossen hat. Und dies aktuell im Hier und Heute seine Bestätigung findet.
Darüber hinaus hat man in dieser - hauptsächlich in Deutschland inszenierten - Produktion noch ein paar deutsche Darsteller eingesetzt, die einen allein noch angenehm überraschen: Günther Strack (der spätere TV-Star aus "Ein Fall für Zwei" und "Diese Drombuschs", der auch unter Hitchcock in "Der zerrissene Vorhang" auftrat), Maria Schell, Klaus Löwitsch und Genregesicht Herbert Fux.
Der spätere Shakespeare-Profi Derek Jacobi (meist in Produktionen von Kenneth Branagh dabei), darf auch eine kleine Charakterstudie in Sachen "Norman Bates für Anfänger" abliefern.
Der Score ist - allen Ernstes - vom späteren Musicalmastermind Andrew Lloyd Webber (keine Angst, da brechen Nazis nicht in Gesangs- und Tanzeinlagen aus; besser als Mel Brooks mit "To be or not to be" kann man es ohnehin nicht machen) - der Titelsong wird von Perry Como gegeben.
Und die Angeranztheit von Hamburg (wo im Stadtgebiet immer noch Häuser mit Kriegsschäden zu erspähen sind) hat auch ein gewisses Flair.
Alles in Allem: eine angenehm-unangenehme Thrillergeschichtsstunde, deren Aktualität offenbar nie gänzlich aus diesem unseren Volksempfinden verschwunden ist.
__________________
"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")
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