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Alt 11.03.2019, 11:46
...is mostly "Confuzzled"....
 
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scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard Fahrenheit 451 (1966)

Die legendäre Verfilmung von Ray Bradburys Novelle aus dem Jahr 1951 wurde nach all der Zeit mal endlich fällig. Zudem im letzten Jahr eine Neuverfilmung mit "Creed"-Darsteller Michael B. Jordan und Michael Shannon von HBO produziert wurde, die wohl teilweise kräftig daneben langen soll, was den beabsichtigten Anspruch angeht. Entsprechende Erfahrungen damit wären mir wünschenswert zu erfahren.
Anyway - zurück zu Francois Truffauts Klassiker...

England.In einer nicht allzu fernen Zukunft (da der Film 1966 entstanden ist, sind entsprechende Vorstellungen oder Erwartungshaltungen am besten in einer Kreuzung zwischen den legendären britischen TV-Serien "The Avengers - Mit Schirm, Charme und Melone" und "The Prisoner - Number 6" (der ja auch mit Jim Cavezial vor Jahren geremaked wurde).
Die politische Führung hält ihr "zu beschützendes" Volk in einer Matrix-Mischung aus Dauer-TV-Gehirnwäsche (Shows binden die Zuschauer interaktiv mit ein, damit man sich gleich ein Stück weit wahrgenommener und populärer fühlt) und Beruhigungs-/Schlafpillen ein.
Die Aufgabe der Feuerwehr ist nicht mehr zu löschen, sondern Feuer zu legen: Bücher sind verboten und landen somit auf dem "Grill".
Denn Bücher regen die Phantasie an, tragen in sich den Kern des eigenständigen Denkens.
Und das ist nicht gefragt in der "schönen neuen Welt".
Der systemkonforme Feuerwehrmann Guy Montag (Oskar "Jules und Jim" Werner) erwartet seine berufliche Beförderung und schlafwandelt durch sein genormtes Leben. Medial betäubte Ehefrau, die nur noch auf dem Sofa dahin zu dämmern scheint und deren Lebensinhalt das "Denken der Anderen" von ihr ist, inklusive.
Als Montag die Lehrerin Clarisse (Julie "Wenn die Gondeln Trauer tragen"/"Dr. Schiwago"/"Dragonheart"/"Harry Potter und der Gefangene von Azkaban" Christie) kennen lernt, ist dies die Initialzündung für den sich selbst kaum mehr spürenden Menschen.
Und einer daraus resultierenden Entwicklung, die dem System höchst unwillkommen erscheint...

Gehört mit seiner Haltung zwischen die Dystopieklassiker "1984" und "Schöne neue Welt".
Das unterstreicht der Film direkt zu Beginn formschön, in dem die Credits nur stimmlich gereicht werden - das geschriebene Wort ist ja verboten.
Das - nach heutigen Maßstäben - arg künstlich wirkende Setting (besonders die Feuerwehrstation "451" in der Montag Dienst tut) sorgt in der heutigen ge-cgi-ten Welt der Wunder trotzdem für ein Gefühl der Andersartigkeit, die zwischen Faszination und Ablehnung changiert.
Die - für damalige Verhältnisse - ebenso befremdlich scheinenden Neubauten unterstreichen diese genormte Gesellschaft noch ein ganzes Stück mehr.
Was mich komplett umgehauen hat, ist die Tatsache, dass Julie Christie hier drin
Spoiler: Anzeigen
sowohl die Rolle von Clarisse als auch die Rolle von Montags Ehefrau Linda spielt. Und ich das tatsächlich nicht erkannt hab.

Sehr schöne Leistung!
Insgesamt mochte ich Truffauts Regieleistung sehr, einfach weil die so nüchtern und unspektakulär (und trotzdem spannend) ausfällt. Bislang kam mir der legendäre französische Regisseur noch nie unter.
Aus irgendwelchen Gründen hab ich die literarische Vorlage von Bradbury auch noch nie gelesen (auch wenn ich so einiges von dem Mann über die Jahre genossen hab - ich liebe seinen Stil).
Die beiden Lücken gilt es denn mal zu schließen.
Auf der BluRay ist überdies noch ein "Making of"-Video drauf, in dem die Macher zu Wort kommen. Das hat einiges an Informationsmaterialwert, der - dankenswerter Weise ohne großes gegenseitiges Versichern der Kompetenz (wie heute fast immer in sowas gereicht) auskommt.
Den Film mit Audiokommentar von Julie Christie werde ich mir baldmöglichst auch noch einmal geben. Mal hören, was die Dame noch so an Anekdoten zur Produktion liefert.....
__________________
"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")
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