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scholley007 05.12.2018 16:37

Paper Moon (1973)
 
Eine filmische Wüstenblume. Einst in den USA vom Publikum umarmt und von der Kritik eher mäßig begeistert beäugt - hatte das Kritikerdarling Peter Bogdanovich (Targets - Bewegliche Ziele/Die letzte Vorstellung/Is´was, Doc?) doch einen Film geschaffen, der ein wenig zu gefällig wirkte. Zumindest nach dem Maßstab der schreibenden Zunft....

USA. Kansas. 1935. Die Weltwirtschaftskrise ist noch nicht gänzlich überwunden. In den Nachwehen jener Zeit, in denen Alkohol noch im "Land of the free and the home of the brave" verboten war, wird die Mutter der neunjährigen Addie (Tatum ´Neal in ihrer ersten Filmrolle: beeindruckend) beerdigt.
Der in letzter Sekunde dazugestoßene Moses "Moze" Prey (Ryan O´Neal - jup, Tatums Vater im richtigen Leben) erklärt sich bereit, die Waise zu ihrer Tante zu bringen.
Der seinen Lebensunterhalt erschwindelnde Moses und die (allabendlich Zigaretten qualmende) Addie sind ein Paar, das sich nicht gesucht aber definitiv gefunden hat.
Denn das kleine kratzbürstige Mädchen, hat einen messerscharfen Verstand, der - kombiniert mit der Erfahrung des erwachsenen Kindskopfes - eine unschlagbare Kombination ergibt.
Als Moze auf die Jahrmarktsattraktion Trixie Delight (what a name: Mel Brooks Regular Madeline Kahn) trifft, ist es um seinen Verstand und sein bisschen Selbstachtung rubbeldikatz geschehen. Doch das clevere "Kind" weiß auch hier Rat.
Wenngleich ihre Winkelzüge Moze nicht gänzlich schmecken (können).
Erst bei dem Versuch, einen Alkoholschmuggler und -schieber übers Ohr zu hauen, muss das Duo erkennen, dass es Menschen gibt, die ihnen das Wasser reichen können - insbesondere dessen Bruder, der örtliche Sheriff (beide Brüder werden von John "Magnum" Hillermann gegeben)....
Am Ende bleibt ihnen "nur" die Straße - und die verspricht ihnen die Ewigkeit.....

Sanft melancholische Dramödie. In anbetungswürdigem Schwarzweiss fotographiert (von Bogdanovichs langjährigen DoP Laszlo Kovacs - der u. a. auch "Unheimliche Begegnung der dritten Art", "Ghostbusters" und "New York, New York" ins Bild setzte).
Und Tatum O´Neal ist schlicht umwerfend. Dafür wurde die junge Dame einst mit dem Oscar ausgezeichnet.
Leider erschöpfte sich ihre Karriere mit Erreichen ihrer Teeniejahre - bestenfalls ihre Rollen in dem Jugendklassiker "Die Bären sind los" über eine Kleinkinderbaseballtruppe, die von Walter Matthau gecoacht wird und das Team up mit Kristy McNichol in "Kleine Biester - Little Darlings" überdauerten bis heute.
Als Showcase für ein (vermeintliches) Vater-Tocher-Gespann der etwas anderen Art (bei der das Kind öfter mal darauf aufzupassen hat, dass "Paps" nicht gänzlich dumm da steht), ohne dass dies inszenatorisch in irgendeiner Form nervtötend-aufdringlich geschieht, sollte sich den (wenn nach all der Zeit nicht mehr bekannt) als Gegenentwurf für den immens altklugen John Hughes-Streifen "Curly Sue" oder die alljährliche "Der kleine Lord"-Wiederholung ins Merkheft setzen.
Und wer über die alte "Paramount"-DVD stolpert - da findet sich ein unterhaltsam-informativer Rückblick auf die Produktion. Kommentiert von Bogdanovich, Kovacs, Produzent Frank "Arachnophobia"/"Indiana Jones" Marshall und Produktionsdesignerin Polly Platt.

rost 07.12.2018 09:06

AW: Paper Moon (1973)
 
Habe den Film vor zwei, drei Wochen angefangen und bin nach kürzester Zeit eingeschlafen. Hab gehofft, dass der Film nur zum Beginn in schwarz/weiss ist; aber dann wohl nicht.

Danke für deine Meinung, scholley. Irgendwann nehme ich dann nochmal einen neuen Anlauf.


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