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Alt 21.06.2018, 17:24
...is mostly "Confuzzled"....
 
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Standard Blue Collar - Kampf am Fließband (1978)

...oder auch in seiner Videozeit als "Akkord am Fließband" bekannt. Das Regiedebüt von Paul Schrader, der später mit Filmen wie "Katzenmenschen", "Hardcore - Ein Vater sieht rot", "Der Trost von Fremden", "Light Sleeper", "Der Gejagte" und "Auto Focus" als Autorenfilmer von sich Reden machte. Und als Drehbuchautor von einigen der besten Scorsese-Filme seinen Teil zur Filmhistorie beitrug.
Der Dreh zu diesem ruppig-unfreundlich-realistisch gefärbten Arbeiterfilm gestaltete sich aufgrund des Hauptdarstellers Richard Pryor damals als nervenzerrend, da die Drogensucht des legendären Nummer 1-US-Comedystars sich in aggressivem Benehmen auf dem Set äußerte...

Detroit. Autostadt. Hier hat niemand mehr Träume. Außer den Automobilherstellern die selbige auf vier Reifen für die Konsumenten außerhalb herstellen lässt. Die, die hierbleiben müssen, weil ihr karger Lohn ihnen keine andere Wahl lässt, haben den abendlichen Umtrunk und ihre (schuldenunterfütterte) familiäre Umgebung. "Home sweet home" - bis zur nächsten unerwarteten Rechnung, die immer dann ins Haus flattert, wenn man glaubt, den Monat "gewuppt" zu haben.
Zeke (Richard Pryor), Jerry (Harvey Keitel) und Smokey (Yaphet Kotto) arbeiten bei "Checker Cab" am Fließband. Angetrieben von ihrem Vorarbeiter - der tagtäglich etwas auszusetzen hat, egal wie nichtig - eingepfercht in eine Produktionsstraße, die den Namen nicht verdient ("Trampelpfad" kommt eher hin), schleppen sie und ihre Kollegen sich durch die Tage.
Vertreten von einer Gewerkschaft, die sich kaum um ihre Belange schert, aber ständig Forderungen stellt.
Als Zeke bei einem Besuch des Gewerkschaftsbüros die laxe Haltung der Büroangestellten mit dem dortigen Tresor auffällt, tun sich die drei Männer zusammen um sich für das ständige "im Stich gelassen"-Gefühl zu bedanken und sich einmal die Taschen zu füllen.
Und sei es nur, um ein paar Rechnungen zu bezahlen, die wie Damoklesschwertern gleich über ihren Köpfen hängen.
Das Endergebnis: 600 Dollar in bar.
Eine Summe, die von der bestohlenen Gewerkschaft vor der Öffentlichkeit mal eben auf 10.000 erhöht wird - wozu sind Versicherungen da?
Doch das ebenfalls zufällig erbeutete Notizbuch in dem - auch für andere Behörden - interessante Geldwege erfasst sind, bringt die drei in wirkliche Bedrängnis....
Dramaturgisch und inszenatorisch trennen sich die Wege der drei von hier an.
Jeder wird sich selbst der nächste sein.....

Ein Film, inspiriert von "Geschichten, basierend auf desillusionierenden Wahrheiten", die Schrader während der Arbeit an dem Script von den Arbeitern der Automobilfabriken zu hören bekam. Und die der Film in jedem Atemzug preis gibt.
Wenn einem Detroit in den legendären "Blues Brothers" schon angeranzt vorkam: hier ist die gesamte Misere dieser "Boomtown" anhand des Rückgrades aus Menschen aus denen solche Städte auch heute noch bestehen, die sich mit ihrer Misere abgefunden haben, zu studieren.
Und Richard Pryor - der hierzulande wenn überhaupt bekannt durch "Transamerika Express" und "Superman 3" war (obwohl sein Stellenwert in den USA in den Siebzigern durchaus seinem "Erben" Eddie Murphy glich) - liefert einer wahre "Powerhouse Performance".
Die am Set dazu führte, dass er sich mit seinen Co-Stars anlegte, von einem Nebendarsteller verklagt wurde, weil er diesen mit einem Stuhl attakiert hatte und seinen Regisseur (im Drogenrausch) mit einer Pistole bedrohte.
Weshalb Schrader nach einem halben Nervenzusammenbruch heute kaum bis gar nicht mehr auf den Film anzusprechen sein soll.
So kann´s gehen. Bisserl schade ist das schon...
Ein wirklich unbequemer authentisch anmutender Streifen, der einem nachhaltig zu denken gibt.
Für all jene, die dem Investigativjournalismus des Günther Wallraff nahe stehen.
Und Yaphet (Alien/007 - Leben und sterben lassen/Midnight Run) Kottos letzte Szene hier drin lässt mit Sicherheit niemanden kalt.....
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Alt 21.06.2018, 19:33
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Standard AW: Blue Collar - Kampf am Fließband (1978)

Zitat:
Zitat von scholley007 Beitrag anzeigen
Wenn einem Detroit in den legendären "Blues Brothers" schon angeranzt vorkam...






Hoecker, Sie sind raus...
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Alt 22.06.2018, 00:53
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scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard AW: Blue Collar - Kampf am Fließband (1978)

Danke Doc.

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