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Alt 30.05.2018, 14:08
...is mostly "Confuzzled"....
 
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scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard Medium Cool (1969)

Kameramann Haskell Wexler verstarb 2015. Bis zuletzt arbeitete der von seinen Kollegen zu einem der zehn einflussreichsten Kameramänner in der Filmgeschichte gewählte Wexler in seinem Job. Zweimal mit dem Oscar ausgezeichnet (Wer hat Angst vor Virgina Woolf?/Dies Land ist mein Land), fünfmal nominiert, ist "Medium Cool" als sein Vermächtnis anzusehen, das nach all den Jahrzehnten aus seinem Schaffen (hauptsächlich Dokumentationen und politisch gefärbte Filme, die - den Wertungen auf "imdb" wohl bis heute kaum jemand gesehen hat) immer noch herausragt!

Chicago, 1968. John Cassellis (Robert "Jackie Brown"/"Das schwarze Loch" Forster) ist Reporter und Kameramann für einen TV-Sender. Im Rahmen seiner Arbeit zeigt er sich daran interessiert, die Wahrheit - ist sie noch so unbequem - dem Publikum zu präsentieren.
Ein Umstand, der seinen Vorgesetzten nicht gefällt.
Während sich Chicago für die "Democratic National Convention" rüstet (Vorbereitungen des Militärs für unangenehme "Situationen" mit den erwarteten Demonstranten der Bürgerrechtsbewegungen werden von John "cool" dokumentiert - frei nach dem Credo, dass sich der Reporter/Augenzeuge von der zu überbringenden Nachricht nicht selbst vereinnahmen solle), lernt John die aus West Virginia stammende Eileen (Verna Bloom) und ihren zehnjährigen Sohn Harold (Harold Blankenship) kennen.
Als der durchaus von sich und seiner Arbeit überzeugte Reporter allerdings erfährt, das die Polizei seine Berichte schon seit Monaten auf Informationsgehalt seitens möglicher "Ruhestörer" der "Democratic National Convention" untersucht, schmeißt er den Job hin.
Nicht ohne zu jener Con in anderem Auftrag zu gehen - wo die Saatsgewalt konfrontiert mit dem Aufbegehren der politisch contra eingestellten Jugend und ihren Followern schlussendlich jegliche Contenance verliert/verlor...
Am Ende wird der Zuschauer selbst von der Kamera Wexlers eingefangen. Ohne dass ihm eine Möglichkeit des Entkommens eingeräumt werden würde...

Der semidokumentarische Streifen braucht mehr als eine halbe Stunde, bis die fiktiv-erzählerische Ebene des Filmes dem Zuschauer überhaupt eine Möglichkeit gibt, eine Identifikationsmöglichkeit zu finden.
Davor herrscht nüchtern-direkte Wahrheit und ein kleiner Kurs in Sachen Manipulation durch Bild und Ton und ihre Verknüpfung durch den Schnitt.
Die Stimmungen erschafft und ins Leere laufen lässt. Ebenso kunstvoll simple Überleitungen ermöglicht-
Das ist für Techniker und Anhänger dieser Kunst vielleicht ein "alter Hut" (immerhin stammt der Film aus dem Jahr 1969), dennoch wirkt dies bestürzend frisch.
Einfach weil diese Möglichkeiten die Wexler anwendet und aufzeigt auch heute noch in der Manipulation der Bilder allgegenwärtig sind.
Nur damals noch frisch und radikal erschienen.
Und so ist dieser Streifen auch anzusehen: als - fast zeitlos wirkende - Studie über uns.
Wie wir uns sehen. Sehen möchten. Und gerne mal wegschauen.
Aber nicht können.
Weil wir in erster Linie Menschen sind.
Und die Neugierde in unserer Natur liegt.
Auch wenn wir dann manches besser mal nicht hinterfragt hätten.....

Im Bonusmaterial auf der in England erschienenen Scheibe finden sich noch Auszüge einer Doku, die Wexlers Sohn über seinen Vater machte, ein Interview mit dem Darsteller des Jungen Blankenship; Wexler der auf "Medium Cool" eingeht und ein 28 seitiges Booklet, das auf die Ereignisse eingeht, die die 68er "Democratic National Convention" zu einem ähnlich unerfreulichen geschichtlichen Punkt werden ließen, wie Kathryn Bigelows "Detroit" behandelt (dessen Geschehnisse quasi den Weg hierhin öffneten).
Für entsprechende Filmbuffs ein Werk, dem man sich nicht verschließen sollte....
__________________
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