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Alt 21.03.2018, 13:58
...is mostly "Confuzzled"....
 
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Standard Tag der Entscheidung (1978) (Big Wednesday)

Lassen wir den Regisseur und Drehbuchautoren John Milius zu Beginn selbst zu Wort kommen. Durch einen Interviewauszug aus dem Jahr 1976 mit "Film Comment":
Frage: "Ihr nächstes Projekt ist der Surfer-Film BIG WEDNESDAY."
Milius: "Es ist die Surf-Variante von "How green was my valley": der Verlust einer Aristokratie, das Ende einer Ära, der Übergang von einer unschuldigen Zeit zu einer korrupteren, komplexeren - Aufwachsen bedeutet nichts anderes als den Verlust der Unschuld. Der Film basiert auf dem Leben von drei Freunden von vor 10 Jahren. Er handelt von ihrer Freundschaft und ihrem Wert. Ich glaube nicht, dass die Kids heute die gleichen Werte haben, wie die Jungs damals; ich sehe jedenfalls nicht, dass derartige Filme gemacht werden. Der Film handelt von Freundschaft: das Surfen ist nur der Hintergrund. Er handelt von der Liebe zu einem Ort, zu einer Zeit und der Liebe zum zwischenmenschlichen Kontakt - und vom Verlust all dieser Dinge.
Es (das amerikanische Kino) ist das beste, da gibt es keine Frage. Danach kommt das japanische Kino. Das amerikanische (Kino) ist so variabel, so ungewöhnlich; es besitzt eine solche technische Fertigkeit, Energie und einen solchen Glanz - niemand sonst hat das. Es gibt andere herausragende Regisseure, aber niemand kommt an uns heran. Die Filme sind unsere Heimat. Wir mögen eine zweitklassige Armee haben, aber wir haben erstklassiges Kino."
Zitat Ende.
Starke Worte im Jahr bevor "Star Wars" das amerikansiche Kino für alle Zeiten verändern sollte....

Matt (Jan-Michael Vincent), Jack (William "House"/"Carrie" Katt) und Leroy, genannt "The Masochist" (Jake Busey) sind Freunde. Beste Freunde. Und Surfer. Die Beherrscher der Wellen an diesem Teil der kalifornischen Küste.
Ihr Freund und Mentor "Bear" (Sam Melville - Nomen est omen) ist eine Legende aus den Anfangsjahren des Surfens. Und ein Meister des Boardbauens.
Ansonsten müssen sich die drei bewähren - ohne weitere Vaterfigur und unter den Augen sorgenvoller mütterlicher Figuren, die den eine Spur zu unbeschwert durchs Leben steuernden Jungmännern manchmal nur hinterher schauen können.
Während sie versuchen auf der Brandung des täglichen Lebens ihre Standfestigkeit zu finden.
Über einen Zeitraum von 12 Jahren - 1962 - 1974 - treffen sie Entscheidungen oder wird über sie entschieden.
Während die Dünung an der Küste immer wieder lockt. Und sich ständig verändert.... so wie sie.

First of all: Milus hat die Siebziger entscheidend mitgeprägt - sein Beitrag zu "Der weiße Hai" ist inzwischen Legende, sein Film "Der Wind und der Löwe" mit Sean Connery, Candice Bergen und Brian Keith gilt zu Recht als einer DER Klassiker des Abenteuerfilms und über seinen "Conan der Barbar", der die Achtziger barbarisch einläutete, lässt sich nach wie vor vortrefflich streiten.
Dass er sich allerdings mit "Big Wednesday" allein auf weiter Flur vorkam, stimmt nachdenklich: da scheint er irgendwie zu Zeiten des "New Hollywood" selten bis gar nicht den Weg ins Kino gefunden zu haben - ansonsten wären ihm wohl Filme wie Peter Bogdanovichs "Die letzte Vorstellung - The last Picture Show" und George Lucas? "American Graffitti" nicht entgangen, die einen ähnlich - wehmütig geprägten - Blick des "Coming of Age" zeigten.
Ansonsten ist diesem filmischen Liebesbrief an die Freiheit auf der Welle nichts entgegen zu setzen.
Ein Film, der von Sichtung zu Sichtung gewinnt.
Und in seinen Surfszenen einfach phantastisch aussieht - vermutlich ist der Einsatz von Gary Busey in Kathryn Bigelows "Point Break - Gefährliche Brandung" auch eine gleichzeitige Verbeugung vor seiner Teilnahme an Milius Film. Der in den USA in der Surferszene einen ähnlichen Stellenwert hat, wie die beiden Kultdokus "Liquid Dreams" (der hier sogar mit einbezogen wird) und "The endless summer" über das Lebensgefühl auf dem Brett und der Woge darunter.
Jan-Michael "Airwolf" Vincent darf sich in seiner Rolle vor der wahren Person des Lance Carson, einer Surferlegende die zwischen 1960 und 1970 dem Alkohol verfiel, verbeugen. Genau wie Vincents Figur. Und Vincent ein Jahrzehnt später selbst im wahren Leben.
Komponist Basil Poledouris - der unter anderem den mächtigen Score für Milius "Conan" schuf - liefert hier eine wunderschön melancholisch-heroische Musik ab, die das Geschehen noch eine Spur wärmer wirken lässt.
Und Horrorfans dürfen die Augen aufmachen - in zwei Mini-Nebenrollen dürfen hier zwei Darsteller von späteren Genreikonen entdeckt werden: Joe Spinell (Maniac) und Robert Englund (Freddy Krueger).
Und wann - wenn nicht an einem Mittwoch wie heute - passt ein Film mit einem solchen Titel (der seine Geschichte in vier Kapiteln, gleich der sich ändernden Dünung/Brandung unterteilt) in den Player?
Eben!
Catch the wave!
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Alt 22.03.2018, 14:27
Benutzerbild von S.W.A.M.
Irgendwas mit Raumschiffen
 
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S.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich seinS.W.A.M. kann stolz auf sich sein
Standard AW: Tag der Entscheidung (1978) (Big Wednesday)

Wirklich Jake Busey? Nicht Gary?
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Alt 22.03.2018, 16:24
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Standard AW: Tag der Entscheidung (1978) (Big Wednesday)

@S.W.A.M: - Wie der Sohn sich am Vater vorbei mogeln konnte, geht grad über mein bisschen Verstand. Danke für den schriftlichen Tritt....
(vermutlich liegt es an dem blendenden Killergrinsen, das beide besitzen....)
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