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  #1 (permalink)  
Alt 18.02.2013, 13:12
...is mostly "Confuzzled"....
 
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scholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich seinscholley007 kann stolz auf sich sein
Standard Equus - Blinde Pferde (1977) (Equus)

Bevor mir hier jemand unterstellt, ich hätt mir den aufgrund des derzeitigen Pferdefleisch-Skandals gegeben: falsch gedacht. Schon vor Jahren kreuzte der im TV-Programm meinen Weg - doch ich schob ihn immer vor mir her.
Roli und Weini, die sich zum Tode von Regisseur Sidney Lumet, der den hier auch inszeniert hat eine "Movienerd"-Huldigung aus dem Ärmel geschüttelt haben - die muss ich noch dringend nachholen, nur um herauszufinden, in wie weit Euch "Equus" beeindruckt hat.
Denn mich zumindest hat er das.... und atemlos zurückgelassen.

Martin Dysart (Richard Burton) ist ein angesehener Teenager-Psychologe. So ist es nicht verwunderlich, dass seine Kollegin Hesther den Fall des jungen Stallburschen Alan Strang (Colin Firth) in seinen Händen sehen will. Hat der siebzehnjährige doch den sechs Pferden mit einer Sichel die Augen ausgestochen (eine Sequenz, die einem Schlag in die Magengrube gleicht!), die er über so lange Zeit fürsorglich pflegte.
Doch je näher Dysart über die Sitzungen in Alans Psyche eindringt, desto mehr stellt sich die Frage, wer hier eigentlich wen therapiert......

Dysart erzählt diese und auch seine Geschichte als Rückblende unter dem Stilmittel der Durchbrechung der vierten Wand, in dem er seine Monologe dem Zuschauer reicht, als würde der nicht nur als Zuhörer sondern auch als Richter für ihn fungieren.
Das ist packend und aufgrund Burtons intensiver Darstellung schlichtweg so fesselnd, dass man förmlich selbst spürt, wie einen der Film IN den Fernseher zu ziehen droht (wie mag das erst im Kino auf einer entsprechenden Leinwand gewirkt haben?)
Und Dysarts Entdeckung, dass Alans Heilung vielleicht eine Reinheit des Denkens kompromittieren und letztendlich vernichten wird, wie man sie sich als intellektuell interessierter aufgeklärter Mensch selbst wünscht, ist schlichtweg erschütternd.
So wird Dysarts Kampf um die Wahrheit auch zu einer Abrechnung mit sich selbst.
Sowohl Burton wie auch Peter Firth als zutiefst traumatisiertes Bündel Mensch sind ein Geschenk an die Zuschauer - in dem auf einem Theaterstück von Peter Shaffer ("Amadeus") basierenden Werk, nehmen einen die beiden gegensätzlichen und letztendlich (natürlich) keineswegs so verschiedenen Charaktere in eine Geiselhaft, die ich in dieser Form sehr sehr lange nicht mehr erlebt hab.
Auch die Nebendarsteller - Colin Blakely und Joan Plowright als verständinslos-verzweifelte Eltern Alans; Harry Andrews als Stallbesitzer und Jenny Agutter als Alans Nemesis - sind hervorragend und bekommen soviel Raum um sich entfalten zu können, damit das offensichtliche Zweipersonenstück den Weg nach außen finden kann.
Wo "Equus" herrscht - trotz Alans Tat. Und immer herrschen wird.
Denn Götter werden immer gebraucht. Auch wenn sie eifersüchtig und unfreundlich sind.
Denn nie waren sie so wertvoll wie heute - wo wieder in ihrem Namen und um ihren Ruhm zu mehren, Taten begangen werden, die schier unaussprechlich scheinen......
__________________
"God gave us our relatives; thank God we can choose our friends." - Ethel Watts Mumford - (quoted in "Mary & Max")
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  #2 (permalink)  
Alt 21.02.2013, 16:57
Statist
 
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Scaramanga ist (noch) nicht aufgefallen
Standard AW: Equus - Blinde Pferde (1977) (Equus)

Ach, wie schön, dass den mal einer ausgegraben hat. War irgendwie immer auf meiner cognitiven Wunschliste, habe ihn aber bis heute noch nicht gesehen.

Ich erinnere mich noch (bin BJ 65) an die Vorstellung bei "Ratschlag für Kinogänger". Fand die Szenen super gruselig...

Ja, den beschaffe ich mir mal..
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