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Alt 28.11.2007, 23:36
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MH207 MH207 ist offline
Er will doch nur spielen ...
 
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Standard AW: Kinoeröffnungen Und Schliessungen

Direkt hat es nichts mit Kinoeröffnungen bzw. -Schließungen gemein, doch unser erster (von zweien) Multiplex(e) ist zwischenzeitlich zehn Jahre alt und ist indirekt auch für die Schließung unserer Innenstadtkinos an der Allee verantwortlich. Nachfolgend, wer möchte, der Beitrag der hiesigen regionalen Presse :


Als das Europlex der Filmtheaterbetriebe Jaeger am 28. November 1997 in Neckarsulm seine Pforten öffnete, war es das erste Multiplex-Kino in der Region. Das Haus mit sieben Sälen und 1941 Plätzen hat sich mittlerweile der Cineplex-Gruppe angeschlossen. Andreas Sommer unterhielt sich mit Theaterleiterin Karoline Jaeger über die Zukunftsperspektiven des Großkinos, das in zehn Jahren 4,2 Millionen Besucher zählte.

Waren die letzten zehn Jahre eine Erfolgsgeschichte?

Karoline Jaeger: Mit Kinos ist kein Geld zu verdienen. Die Konkurrenzsituation ist hier sehr ausgeprägt.

2001 kam das Cinemaxx in Heilbronn dazu. Was bedeutet diese Nähe für Ihr Haus?

Jaeger: Zwei Multiplex-Kinos in dieser Form sind zu viel. Das Cinemaxx hat den Vorteil, dass es in der Stadt ist. Die Busanbindung bei uns in Neckarsulm ist schlecht. Das betrifft vor allem Kinder und Jugendliche. Unser Standort bietet Vorteile für Kunden, die mit dem Auto kommen.

Aber sie hatten auch vier Jahre Vorsprung...

Jaeger: Wir versuchen, persönlichen Kontakt zum Publikum zu schaffen, etwa mit unserer Cinecard. Auch das Marketing der Cineplex-Gruppe ist sehr gut. Wir haben zwar ein Stammpublikum, verkaufen aber fast nur noch Karten zu ermäßigten Preisen.

Das heißt, Sie haben vorwiegend junges Publikum.

Jaeger: Ja, der Großteil ist zwischen 18 und 25 Jahre alt.

Grauhaarige fallen also auf.

Jaeger: Genau.

Woher kommt Ihr Publikum?

Jaeger: Aus dem Landkreis Heilbronn, aus dem Hohenlohekreis und aus dem Raum Mosbach.

Ist es ein Problem, dass im Cinemaxx und Europlex fast das gleiche Programm läuft?

Jaeger: Nein. Die Leute wollen einfach Neues sehen. Bei uns ist das in der Regel Action-Ware. Ab und zu nehmen wir auch anspruchsvolle Filme wie „Abbitte“ ins Programm.

Jugendliche gehen seltener ins Kino, weil sie DVD’s kaufen und sich Filme im Internet besorgen. Demografisch gesehen gibt es immer weniger Jugendliche. Werden Sie langfristig mehr Arthaus-Filme spielen müssen?

Jaeger: Ja, ich denke schon, dass der Arthaus-Anteil zunehmen könnte. Wir müssen auf die Bedürfnisse der Kunden eingehen und auch den sogenannten Best-Agern etwas bieten. Aber hier ist zuallererst die Filmindustrie gefragt, passende Filme für diesen sich verändernden Markt zu produzieren.

In der „Titanic“-Euphorie sind in Deutschland die Multiplex-Kinos aus dem Boden geschossen. Dann kam die Ernüchterung. Ist der deutsche Markt mit Großkinos überbesetzt?

Jaeger: Auf jeden Fall. Nicht nur hier, auch in Würzburg oder Berlin. Da wären bessere Absprachen nötig gewesen.

Was läuft gut, was schlecht?

Jaeger: Actionfilme laufen gut, aber auch Zeichentrickfilme für Kinder. Der anspruchsvolle Film läuft eher schleppend, und auch der anspruchsvolle Kinderfilm á la „Die drei Räuber“ tut sich schwer.

Was schauen Sie selbst am liebsten?

Jaeger: Das wechselt. Ich sehe viel auf Festivals. Zuletzt hat mir „Abbitte“ sehr gut gefallen.

Wie werden die nächsten zehn Jahre?

Jaeger: Gute Frage. Hoffentlich gut. Kino wird es immer geben. Ich glaube nicht an ein Comeback der Innenstadt-Schachtelkinos. Die USA geben da ein anderes Vorbild.

Am 6. Dezember feiert das Cineplex mit seinen Kunden. Jede Kinonokarte kostet 2,99 Euro, und es gibt viele Überraschungen.



Zur Person

Karoline Jaeger
Die 32 Jahre alte Diplombetriebswirtin ist in Frankfurt am Main geboren und in Bonn aufgewachsen. Karoline Jaeger hat in Münster an der Fachhochschule Betriebswirtschaftslehre studiert. Anschließend arbeitete sie in Münster im Cineplex und kam nach dem Tod ihrer Großmutter Liselotte Jaeger 2002 in die Region Heilbronn, um sich um das Cineplex Neckarsulm zu kümmern. Die Filmtheaterbetriebe Jaeger, die ihre Kinos an der Heilbronner Allee an Michael Röschs Kinostar verpachtet haben, feierten 2006 ihren 80. Geburtstag und bespielen insgesamt 20 Leinwände in Frankfurt/Main, Heilbronn und Neckarsulm.



Ergänzend zur Örtlichkeit : Wir reden hier vom einzigen Stadt- UND Landkreis bundesweit, Einzugsgebiet ca. 425T, mit den im Interview angesprochenen angrenzenden Landkreisen deutlich über 500T, so knapp bei 550T...


Aus dem Interview kann man einiges ableiten, daher spar´ ich mir jegliches Kommentar bzw. Interpretation.
Was mich interessieren würde, ob es bei Euch in Eurer (Groß-) Stadt ähnlich bzw. sogar über die gleiche Schiene läuft bzw. gelaufen ist ???

Geändert von MH207 (28.11.2007 um 23:41 Uhr)
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